Hüftschutz und Sturzvermeidung

Hüftschutz und Sturzvermeidung

Ein wichtiges Thema!
Da viele ältere Menschen bedingt durch Gangunsicherheit, Schwäche, Sehbehinderung und Reaktionsbeeinträchtigung ein erhöhtes Sturzrisiko haben, kommt der Vermeidung des Sturzes eine besondere Bedeutung zu. Auch Osteoporose (=Knochenentkalkung), fehlende Muskulatur und eingeschränkte Beweglichkeit sind Faktoren, die die Gefahr des Sturzes und dessen langwierigen und riskanten Folgen erhöhen. Eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte und für die Pflegebedürftigkeit von älteren Menschen sind Stürze in der eigenen Wohnung oder auf der Straße.

Eine Befragung hat ergeben, dass die Hälfte aller über 70-jährigen bereits einmal oder mehrmals gestürzt sind. Die Folgen sind oft schmerzhafte Blutergüsse und Prellungen. Jeder siebte Sturz hat ernsthaftere Verletzungen zur Folge.
Die häufigsten Verletzungen sind:

  • Oberschenkelhalsbrüche oder Oberschenkelbrüche, ca. 100.000 Fälle pro Jahr
  • Arm- bzw. Oberarmbrüche
  • Brüche der Schulter

Ein Oberschenkelhalsbruch hat meist weitreichende Konsequenzen, bis hin zu der traurigen Erkenntnis, dass das Weiterleben in der eigenen Wohnung nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Deshalb ist es wichtig, Stürze und Sturzfolgen zu vermeiden, indem ursächliche Risiken und Gefahren erkannt und nach Möglichkeit minimiert werden und Hilfsmittel, die das Sturzrisiko reduzieren frühzeitig einzusetzen!

Ursachen des Sturzes

Oft führen viele Einzelfaktoren, die im Folgenden beispielhaft aufgelistet werden, zu einem Sturz. Man unterscheidet intrinsische Faktoren (= in der Person begründete Faktoren wie z. B. Vorerkrankungen) und extrinsische Faktoren (= in der Umwelt begründete Faktoren wie z. B. Stolperfallen).

Intrinsische Faktoren

  • plötzliche Erkrankung wie Schlaganfall, Herzinfarkt
  • Störungen der Körperhaltung durch Bandscheibenverschleiß oder Arthrose der Knie
  • Verzögerung des Balancereflexes, die Fähigkeit, ein Stolpern abzufangen ist reduziert
  • plötzlicher Bewusstseinsverlust bzw. Ohnmacht
  • Sehstörungen bzw. Sehbehinderungen
  • Verwirrtheitszustände, der Patient achtet nicht auf seinen Weg
  • psychische Veränderungen, z. B. Angst, Unruhe, Depression
  • Benommenheit und Unruhezustände durch Arzneimittel: Besonders bei später Einnahme von Schlaf- bzw. Beruhigungsmitteln wird das Arzneimittel nicht bis zum nächsten Morgen abgebaut. Die Betroffenen sind dann am nächsten morgen schläfrig benommen und deshalb besonders sturzgefährdet
  • Nicht-Wahrnehmen und Unkenntnis von Sturzgefahren
  • Sprachstörungen; Die Unfähigkeit einen Wunsch zu äußern, kann einen älteren Menschen dazu veranlassen Risiken einzugehen (alleine zur Toilette gehen)
  • Medikamente: Diuretika (= Entwässerungsmedikamente), Sedativa (= Beruhigungsmittel), Antidepressiva, Psychopharmaka, Abführmittel

Extrinsische Faktoren

  • umherliegende Kabel
  • Teppiche und Brücken
  • schlecht erkennbare Stufen und Absätze
  • nasse Fußböden
  • verbogene, nicht korrekt ausgerichtete Brillen bzw Brillengläser und falsche Brillenstärken
  • schlecht sitzende Schuhe, die den Gang verändern und zu Gehunsicherheiten führen
  • Lichtverhältnisse: besonders nicht ausreichendes oder blendendes Licht;
  • glatte Bodenbeläge fördern Unsicherheit und provozieren Sturzangst.
  • Veränderungen im Patientenzimmer (Veränderungen im Alter führen zu Unsicherheit)
  • häufig sind unangepasste oder fehlerhafte Hilfsmittel eine Sturz-Ursache (z. B. defekte Bremse am Rollator)
  • zu große, zu lange Kleidung, die auf dem Boden schleift

Eine wichtige Maßnahme neben dem Einsatz von Hilfsmitteln zur Sturzvermeidung ist die Ausschaltung bzw. die Reduzierung der individuellen intrinsischen und extrinsischen Faktoren. Die Begutachtung des Umfeldes der Patientin/des Patienten und die Beseitigung der Gefahren und die Sensibilisierung für potenzielle Gefährdungen ist unabdingbar.

Hilfsmittel zu Reduzierung des Sturzrisikos

In vielen Pflegeheimen und Senioreneinrichtungen gehört die Ausstattung der überwiegend mobilen Bewohner mit Hüftschutz- bzw. Protektoren-Hosen bereits zur Standard-Versorgung.

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